von: Peter Wensierski und Jan Falkenberg
Für Messebesucher und Touristen wird Leipzigs Innenstadt herausgeputzt. Dem stellt KONTRASTE die Verhältnisse in den Wohnbezirken gegenüberkaputte Häuser, Dauersmog und Mangelwirtschaft.
KONTRASTE-Beitrag vom 12. September 1989 |
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Der Zweite Weltkrieg hatte viele Städte und Gemeinden in Ostdeutschland stark in Mitleidenschaft gezogen. Das war noch Jahrzehnte später unübersehbar. Die SED-Wirtschafts- und -Sozialpolitik hatte viele Jahre lang den zivilen Wohnungsbau erst total vernachlässigt und dann ab den 1960er Jahren an den Rändern der Städte und Gemeinden auf der grünen Wiese Neubauviertel mit standardisierten Wohnhäusern errichten lassen. Die Menschen nahmen diese Angebote durchaus an, da ihnen hier wenigstens ein angenehmerer Lebensstandard zur Verfügung gestellt wurde. In den Innenstädten wurden zumeist nur Renommierobjekte und -gegenden hergerichtet. Außerhalb der Magistralen aber verkamen die Altbaugebiete immer mehr. Die Menschen, die dort wohnen blieben, arrangierten sich mit den Umständen und gewöhnten sich daran wie an so vieles andere auch. Viele junge Menschen besetzten die verlassenen Wohnungen und Häuser. Deshalb konzentrierten sich in bestimmten Wohnbezirken wie zum Beispiel dem Prenzlauer Berg in Ost-Berlin unangepasste junge Menschen, die dem eingemauerten Land entfliehen wollten, ohne die Staatsgrenzen zu überwinden. Sie gehörten oft zum Umfeld der Opposition.
Geschichte
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DDR 1949 - 1990 / Wirtschaft, Umwelt, Sozialstaat
Gesellschaft
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Stadtbevölkerung
hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung und RBB
Produktion: 12.09.1989
Schnitt:
Sylvia Krüger
© 2005 Bundeszentrale für politische Bildung und RBB
Zuletzt geändert: 28.11.2009